Design Thinking – ein Patentrezept für Kreativität und Innovation in Unternehmen?

Nicht zuletzt in Zeiten von VUCA (Volatility – Uncertainty – Complexity – Ambiguity) verändern sich Märkte und Produkte radikal. Entsprechend müssen sich Unternehmen an den veränderten Wettbewerb schnell anpassen. Hier braucht es innovative und unterstützende Methoden für Unternehmen, um sich den neuen Herausforderungen zu stellen und nicht den Anschluss zu verlieren. Seit geraumer Zeit wird DESIGN THINKING als DIE Innovationsmethode für Unternehmen gehandelt und verspricht eine Antwort auf diese neuen Herausforderungen.

Als Kommunikationstrainerin und Kommunikationsberaterin verfolge ich natürlich den Methodenmarkt ganz genau und bilde mich regelmäßig weiter. Ich frage mich jedoch: Ist dieser Hype um diese Methode wirklich gerechtfertigt? Ist sie wirklich so innovativ und einzigartig und hilft dem/ der Kunden*in am Ende zu individuellen Lösungen? Denn danach messe ich den Wert der Methoden, die für mich in Frage kommen.

Um hier einen ersten Eindruck zu bekommen, nehme ich an einer zweitägigen Design-Thinking-Schulung teil, die von der Sitftung für Entrepreneurship in Kooperation mit der renommierten HPI- School of Design Thinking durchgeführt wird.

 Auf Spurensuche – der Versuch einer kurzen Zusammenfassung

Aber Schritt für Schritt: Was ist Design Thinking überhaupt, was macht sie aus? Wie verläuft der Prozess?

Am Anfang steht immer das konkerte Problem/ die aktuelle Herausforderung! Laut Uebernickel et. al (Design Thinking – Das Handbuch, 2015) ist „Design Thinking eine Innovationsmethode, die auf Basis eines iterativen Prozesses nutzer- und kundenorientierte Ergebnisse zur Lösung von komplexen Problemen liefert“. Entstanden ist sie im Silicon Valley. Ziel war es, vor allem Ingenieuren*innen nutzerzentriertes Produktdesign auf spielerische Weise näher zu bringen. Heute wird sie auch im Kontext von Service-, Prozess- und Geschäftsmodellentwicklung genutzt.

Die Arbeitsweise setzt auf interdisziplinäre Zusammenarbeit und visuelles Arbeiten. der klassische Prozess verläuft in sechs Phasen: : 1. Verstehen, 2. Beobachten, 3. Sichtweise definieren, 4. Ideen sammeln/ finden, 5. Prototypen bauen und 6. testen. Wichtig dabei ist, der Prozess verläuft niemals linear und ist nicht statisch. Er wird so lange wiederholt, bis der Prototyp für den Kunden*in passt.

Ziel von DESIGN THINKING ist, dass die Projektbeteiligten, über die Förderung von Kreativität und einem direkten Erleben über das „spielerische Prototyping“, neue und disruptive Ideen für Produkte und Dienstleistungen entwickeln.

Meine persönliche Erkenntnis aus den zwei Tagen Fortbildung

Nicht zuletzt dank VUCA und Digitalisierung benötigt es moderne Methoden und Arbeitsformen, die kreative Prozesse und „Out oft the Box Denken“ anregen. Hier ist aus meiner Sicht DESIGN THINKING eine mögliche Methode, um Innovationsprozesse in Unternehmen anzuregen. Aber eben nur eine – neben anderen. Außerdem steht und fällt der Erfolg im DESIGN THINKING-Prozess für mich mit der Expertise und der Persönlichkeit des/ der Moderators*rin. Will sagen: Eine gute Design-Thinking-Ausbildung ist zwar ein gutes Fundament, reicht nach meiner Erfahrung jedoch nicht, um den komplexen Anforderungen eines/r professionellen Moderators*in gerecht zu werden. Hier braucht es nach meiner Erfahrung neben sozialer Kompetenz und breiter Methodenvielfalt auch Persönlichkeit und Reife.

Was denken Sie? Ich bin gespannt auf Ihre Meinung!

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